Technische und organisatorische Maßnahmen (TOM) im Datenschutz

Personenbezogene Daten in den digitalen Prozessen schützen

Die Anforderungen an den Datenschutz sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Nicht zuletzt durch die stetige Digitalisierung der Abläufe wird auch der Schutz von personenbezogenen Daten immer komplexer.

Wenn es darum geht, dass personenbezogene Daten digital verarbeitet werden, müssen Unternehmen entsprechende Maßnahmen treffen, um diese und damit die Betroffenen zu schützen. Im Mittelpunkt stehen dabei die sogenannten technischen und organisatorischen Maßnahmen, kurz TOM, die nach der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) verpflichtend umzusetzen sind. Doch was genau verbirgt sich hinter diesen Maßnahmen, wie werden sie in der Praxis umgesetzt und welche Schritte sind für eine nachhaltige und rechtssichere Absicherung notwendig?

Was sind technische und organisatorische Maßnahmen?

Technische und organisatorische Maßnahmen umfassen alle Vorkehrungen, die dazu dienen, personenbezogene Daten vor unbefugtem Zugriff, Verlust, Manipulation oder Zerstörung zu schützen. Sie betreffen sowohl die physischen als auch die digitalen Aspekte der IT-Infrastruktur sowie die internen Abläufe eines Unternehmens, dazu können auch manuelle Verarbeitungen zählen. Ziel ist es, ein angemessenes Schutzniveau zu schaffen, das sich an den individuellen Risiken und Gegebenheiten des jeweiligen Unternehmens orientiert.

In diesem Blogartikel beschäftigen wir uns vorrangig mit den digitalen Prozessen und dem Schutz durch TOM in digitalen Prozessen.

Technische Maßnahmen: Digitale Sicherheit gewährleisten

Zu den technischen Maßnahmen zählen alle Schutzvorkehrungen, die die IT-Systeme und die Datenverarbeitung gegen externe und interne Gefahren absichern. Dazu gehört beispielsweise die Verschlüsselung von Daten, sowohl bei der Übertragung als auch bei der Speicherung.

Ebenso wichtig ist die Einführung eines durchdachten Zugriffs- und Berechtigungskonzepts, bei dem etwa Passwörter und moderne Authentifizierungsverfahren zum Einsatz kommen. Ergänzend sorgen Firewalls und aktuelle Virenschutzprogramme für einen umfassenden Schutz der Systeme.

Auch regelmäßige Updates und die Pflege der eingesetzten Software sowie die Protokollierung und Überwachung von Zugriffen und Systemaktivitäten sind zentrale Bestandteile. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die regelmäßige Datensicherung, um im Ernstfall einen schnellen Wiederherstellungsprozess zu ermöglichen.

Organisatorische Maßnahmen: Prozesse und Verantwortlichkeiten festlegen

Organisatorische Maßnahmen beziehen sich auf die Gestaltung und Kontrolle der Arbeitsabläufe, die Definition von Verantwortlichkeiten und die Schulung der Mitarbeiter im Umgang mit personenbezogenen Daten. Ein durchdachtes Datenschutzkonzept bildet dafür die Grundlage. Die regelmäßige Sensibilisierung der Beschäftigten sowie gezielte Schulungen sorgen dafür, dass Datenschutz im Arbeitsalltag präsent bleibt.

Zudem ist es notwendig, klare Verantwortlichkeiten für Datenschutz und IT-Sicherheit zu bestimmen und die jeweiligen Prozesse und Maßnahmen umfassend zu dokumentieren. Eine kontinuierliche Überprüfung und Anpassung der getroffenen Vorkehrungen, beispielsweise durch interne oder externe Audits, gewährleistet die Wirksamkeit der Maßnahmen. Für den Fall eines Datenschutzvorfalls sollten zudem klare Melde- und Reaktionspläne bestehen, um schnell und angemessen reagieren zu können.

Schritt für Schritt zur erfolgreichen Umsetzung von TOM

Am Anfang steht eine umfassende Bestandsaufnahme aller relevanten Systeme, Prozesse und Datenflüsse im Unternehmen. Bei bestimmten Verarbeitungen müssen unter Umständen Risikoanalysen durchgeführt werden. Im Rahmen einer Risikoanalyse werden potenzielle Schwachstellen identifiziert und priorisiert.

Aufbauend auf diesen Erkenntnissen werden die passenden technischen und organisatorischen Maßnahmen definiert und geplant, sodass sie dem individuellen Schutzbedarf entsprechen. Anschließend erfolgt die Umsetzung der ausgewählten Maßnahmen in der Praxis, was beispielsweise die Einführung neuer Software, die Anpassung von Arbeitsabläufen oder die Durchführung von Schulungen umfassen kann.

Eine sorgfältige Dokumentation aller getroffenen Maßnahmen und Prozesse ist unerlässlich, um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben jederzeit nachweisen zu können. Schließlich ist es wichtig, die Wirksamkeit der Schutzvorkehrungen regelmäßig zu überprüfen und bei Bedarf anzupassen. Dies geschieht idealerweise durch regelmäßige Audits und eine kontinuierliche Optimierung.

Die Bedeutung von TOM für Unternehmen

Die konsequente Umsetzung technischer und organisatorischer Maßnahmen ist nicht nur eine gesetzliche Verpflichtung, sondern auch ein entscheidender Faktor für das Vertrauen von Geschäftspartnern und Kunden. Datenschutzverletzungen können erhebliche finanzielle Schäden verursachen.

Digitale und IT-Sicherheit als zentraler Bestandteil der TOM

Die IT-Sicherheit nimmt im Rahmen der technischen und organisatorischen Maßnahmen eine besonders zentrale Rolle ein. Angriffe wie Phishing, Ransomware oder gezielte Hackerangriffe auf Unternehmensnetzwerke nehmen stetig zu und stellen eine reale Bedrohung für die Integrität, Vertraulichkeit und Verfügbarkeit von Daten dar, welche im Datenschutz eine wichtige Rolle spielen.

Eine wirksame IT-Sicherheitsstrategie beginnt mit der Absicherung der Netzwerkinfrastruktur. Dazu zählt die konsequente Trennung von internen und externen Netzwerken, um sensible Bereiche besonders zu schützen. Die Verschlüsselung von Daten, sowohl während der Übertragung als auch bei der Speicherung, ist ein elementarer Baustein, um unbefugten Zugriff zu verhindern.

Ebenso wichtig ist ein durchdachtes Berechtigungskonzept, das sicherstellt, dass nur autorisierte Personen Zugang zu sensiblen Informationen erhalten. Hierzu gehören individuelle Nutzerkonten mit starken Passwörtern und, wo möglich, der Einsatz von Mehr-Faktor-Authentifizierung.

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Aktuelle Systeme als Grundlage für den Datenschutz

Die regelmäßige Aktualisierung und Wartung aller IT-Systeme ist ein weiterer entscheidender Aspekt. Veraltete Software und ungepatchte Sicherheitslücken bieten Angriffsflächen, die gezielt ausgenutzt werden können. Durch ein strukturiertes Patch-Management und die Überwachung aller eingesetzten Komponenten kann das Risiko deutlich reduziert werden.

Darüber hinaus sollte die Protokollierung und Überwachung von Systemzugriffen und Aktivitäten fester Bestandteil der IT-Sicherheitsmaßnahmen sein. So lassen sich verdächtige Vorgänge frühzeitig erkennen und entsprechende Gegenmaßnahmen einleiten.

Backup-Konzept für den Datenschutz

Ein umfassendes Backup-Konzept sorgt dafür, dass im Falle eines Datenverlustes oder eines Sicherheitsvorfalls wichtige Informationen schnell wiederhergestellt werden können. Dabei ist nicht nur die technische Umsetzung entscheidend, sondern auch die regelmäßige Überprüfung und das Testen der Wiederherstellungsprozesse, um im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Nicht zuletzt spielt die Sensibilisierung der Mitarbeiter eine bedeutende Rolle. Technische Maßnahmen allein reichen nicht aus, wenn das Bewusstsein für IT-Sicherheit im Arbeitsalltag fehlt. Schulungen und regelmäßige Informationen über aktuelle Bedrohungen und sichere Verhaltensweisen tragen dazu bei, die menschliche Fehlerquelle zu minimieren und das Sicherheitsniveau im Unternehmen nachhaltig zu stärken.

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IT-Sicherheit und klare Prozesse für den Datenschutz

Insgesamt zeigt sich, dass die digitale und IT-Sicherheit als integraler Bestandteil der technischen und organisatorischen Maßnahmen unverzichtbar ist. Nur durch das Zusammenspiel moderner Technologien, klarer Prozesse und einer gelebten Sicherheitskultur können Unternehmen den steigenden Anforderungen im Datenschutz gerecht werden und ihre Daten wirksam schützen.

Das Team von Datenschutzberater.NRW bietet Organisationen unterschiedlicher Art Beratung im Datenschutz an. Mit unseren Fachleuten aus dem Bereich Datenschutz, IT und Steuerrecht erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot für eine Datenschutz-Erstberatung, die Betreuung durch einen externen Datenschutzbeauftragten und entwickeln ein für Sie passendes Konzept. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.

Wir betreuen Mandanten bundesweit. Lesen Sie mehr zu unserem individuellen Angebot. Dieser Artikel dient zur allgemeinen Erstinformation, ersetzt keine fachliche und individuelle Beratung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Datenschutz ausreichend umsetzen, dann lassen Sie sich von uns professionell beraten.

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Dennis Manz
Dennis Manz

Dennis Manz ist seit über 20 Jahren selbstständig. Ist in der IT für unterschiedliche Branchen und seit langer Zeit auch im Bereich Buchhaltung und Steuerrecht tätig. Als Gründer und Geschäftsführer der Datenschutzberater.NRW GmbH betreut er zusammen mit seinem Team erfolgreich Unternehmen, Praxen, Steuerberater und unterschiedliche Einrichtungen in Sachen Datenschutz und GoBD-Beratung.

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